Kulturhistorischer Dorfrundgang

Spaziergang durch Hellental ① - ⑧

 

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Glasmacherort ⎸Waldarbeiter- & Landhandwerkerdorf - seit 1753

֍ Impressionen aus der Luft │ Mai 2017


 

 

Der Rundgang beginnt an der Glasstele beim LandHotel Lönskrug - dem Areal des Meisterhauses der großen, ortsfesten Glashütte Steinbeke der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die Glasstele informiert Sie über die rund 550 Jahre währende Geschichte des "Alten Tals der Glasmacher" 9m Solling.

Bergan führen zwei Straßen hinauf zum historischen Dorfkern des alten Hellentaler Oberdorfes, das 1753 unter Herzog Carl I. (1713-1780) von Braunschweig-Wolfenbüttel planmäßig angelegt wurde.  

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Die rechts ansteigende Hauptstraße führt Sie vorbei am ehemaligen Werksgelände der Glashütte Steinbeke.

Die Letzte Hellentaler Waldglashütte wurde um 1715 von Mecklenburger Glasermachern gegründet und bis 1745 ortsfest betrieben.
            
Hier befindet sich heute ein kleiner Grünpark (früherer Dorffriedhof) und die ev.-luth. Dorfkapelle mit dem 1965 erbauten Kapellenturm.

Unmittelbar angrenzend besteht das mit regionaltypischen Buntsandsteinplatten behängte zweistöckige Gebäude der ehemaligen Dorfschule (heute: Dorfgemeinschafts- und Wohnhaus).

Gegenüber der alten Dorfschule bestand am Berghang um 1758 bis 1959 auf dem Anwesen Hauptstraße 2 eine Öl- und Getreidemühle.

Das Wasserrad wie die spätere Turbine wurde von der Wasserkraft des oberhalb gelegenen Mühlenteichs über einen offenen Mühlengraben angetrieben.

Danach erreichen Sie den zentralen Dorfplatz mit dem in seinen pentagonalen Grundzügen gut erhaltenen und 2011 restaurierten ehemaligen Mühlen- und späteren Feuerlöschteich.

 

 

Im Umfeld der Teichanlage befinden sich die großkronige „Friedenseiche” (1871) und ein kleinerer, inselartig allein stehender Baukomplex

Er besteht aus dem 1828 neu errichteten Gemeinde-Backhaus - heute Museum im Backhaus des HISTORISCHEN MUSEUMS HELLENTAL und dem alten Feuerwehrgerätehaus (Spritzenhaus) von 1875.

Hier liegt der ursprüngliche Kernbereich des alten Hellentaler Landhandwerker- und Waldarbeiterdorfs - eine für die vorindustrielle Epoche des 18. Jahrhunderts typische dörfliche Arbeitersiedlung.

 


Etwas oberhalb befindet sich der Dorfbrunnen mit der Buntsandsteinfassung einer ganzjährig schüttenden Bergquelle.

Hier verengt sich der Platz zu einer Straße, die in den Sollingwald nach Schießhaus führt.

Um dieses Areal wurde im Rahmen des Fürstlichen Landesausbaus der Glasmacherort Hellental in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel und dessen Oberjägermeister Johann Georg v. Langen planmäßig angelegt und staatlich gefördert.

Die Station bildet zugleich auch den Höhepunkt des kleinen kulturhistorischen Dorfrundgangs im Bergdorf Hellental.


 

Der Rückkweg führt Sie entlang des malerischen historischen Dorfkerns mit seinem besonders schönen Ensemble regionaltypischer traufenständiger Fachwerkhäuser ("Sollinghäuser"), die ehemals zum Wohnen, Arbeiten und Wirtschaften von Anbauern (Waldarbeiter, Leinenweber, andere Gewerbetreibende) wie auch zur Erntelagerung auf dem Dachboden dienten.

Trotz baulicher Veränderungen sind noch heute der besondere Charme und die charakteristische Bauweise eines „Sollinghauses” in der Reihensiedlung erkennbar, zuvor bewohnt von handwerklich und kleinbäuerlich tätigen Brinksitzern und Häuslingen.

Über die rechts absteigende Lönsstraße passieren Sie in der Lönsstraße 6 das Sollinghaus Weber│Museum der Alltagskultur des HISTORISCHEN MUSEUMS HELLENTAL.

 

 

Danach erreichen Sie wieder den Ausgangspunkt des kulturhistorischen Dorfrundgangs, den alten "Lönskrug".

Dessen Name weist auf den Schriftsteller, Dichter, Naturfreund und Jäger Hermann Löns (1866-1914) hin, der mehrfach Gast im ehemaligen Timmermann’schen Dorfkrug war, dem "Wirtshaus an der Straße".


Fotografien:

© Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN)

© Klaus A.E. Weber, Hellental

© Veröffentlichung der Bildaufnahme vom Juli 2019 mit freundlicher Genehmigung von „Die Stadtfotografen │ Mechthild Ziemer │ Stadtoldendorf“ am 15. Januar 2020.