Kulturhistorischer Dorfrundgang Hellental

HISTORISCHES MUSEUM HELLENTAL

 

Glasmacherort ⎸Waldarbeiter- & Landhandwerkerdorf - seit 1753

֍ Impressionen aus der Luft │ Mai 2017


 

Ausgehend vom Parkplatz beim renomierten LandHotel Lönskrug - dem Areal des Meisterhauses der großen, ortsfesten Glashütte Steinbeke der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts - führen zwei ansteigende Straßen den kleinen Berghang hinauf zum historischen Dorfkern des alten Hellentaler Oberdorfes.   
               
Die rechts ansteigende Hauptstraße führt Sie vorbei am ehemaligen Werksgelände der Glashütte mit Werkweiler im Hellental.

Sie wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Mecklenburger Glasermachern gegründet und über rund drei Jahrzehnte hin ortsfest betrieben.
            
Hier befindet sich heute ein kleiner Grünpark (früherer Dorffriedhof), die ev.-luth. Dorfkapelle mit dem 1965 erbauten Kapellenturm und das mit regionaltypischen Buntsandsteinplatten behängte zweistöckige Gebäude der ehemaligen Dorfschule (heute: Dorfgemeinschafts- und Wohnhaus).

Gegenüber der alten Dorfschule bestand im Zeitraum um 1758 bis 1959 auf dem Anwesen Hauptstraße 2 ehemals eine Öl- und Getreidemühle am Berghang.

Das Wasserrad wie die spätere Turbine wurde von der Wasserkraft des oberhalb gelegenen Mühlenteichs über einen offenen Mühlengraben angetrieben.

Danach erreichen Sie den zentralen Dorfplatz mit dem in seinen pentagonalen Grundzügen gut erhaltenen, 2011 restaurierten ehemaligen Mühlen- und späteren Feuerlöschteich.

 

 

In unmittelbarer Nähe befinden sich die großkronige „Friedenseiche” (1871) sowie ein kleinerer, inselartig allein stehender Baukomplex, bestehend aus dem 1828 neu errichteten Gemeinde-Backhaus - heute kommunales Museum im Backhaus des HISTORISCHEN MUSEUMS HELLENTAL mit den Ausstellungen ZEITRÄUME Glas & Gläser │ BACKRÄUME Korn & Brot - und dem alten Feuerwehrgerätehaus (Spritzenhaus) von 1875.

 

[hmh Museum im Backhaus

 

Hier befinden Sie sich im ursprünglichen Kernbereich des alten Hellentaler Landhandwerker- und Waldarbeiterdorfs - eine für die vorindustrielle Epoche typische dörfliche Arbeitersiedlung.

Etwas oberhalb befindet sich der Dorfbrunnen mit der Buntsandsteinfassung einer ganzjährig schüttenden Bergquelle.

Hier verengt sich der Platz zu einer Straße, die in den Sollingwald nach Schießhaus führt.

Um dieses Areal wurde im Rahmen des Fürstlichen Landesausbaus der Glasmacherort Hellental in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel und dessen Oberjägermeister Johann Georg v. Langen planmäßig angelegt und staatlich gefördert.

Die Station bildet zugleich auch den Höhepunkt des kleinen kulturhistorischen Dorfrundgangs im Bergdorf Hellental.


 

Der Rückkweg führt Sie entlang des malerischen historischen Dorfkerns mit seinem besonders schönen Ensemble regionaltypischer traufenständiger Fachwerkhäuser ("Sollinghäuser"), die ehemals zum Wohnen, Arbeiten und Wirtschaften von Anbauern (Waldarbeiter, Leinenweber, andere Gewerbetreibende) wie auch zur Erntelagerung auf dem Dachboden dienten.

Trotz baulicher Veränderungen sind noch heute der besondere Charme und die charakteristische Bauweise eines „Sollinghauses” in der Reihensiedlung erkennbar, zuvor bewohnt von handwerklich und kleinbäuerlich tätigen Brinksitzern und Häuslingen.

Über die rechts absteigende Lönsstraße passieren Sie dann in der Lönsstraße das Sollinghaus Weber│Museum der Alltagskultur des HISTORISCHEN MUSEUMS HELLENTAL mit Ausstellungen in den ThemenRäumen Wald|Glas|Dorf.

 

[hmh Sollinghaus Weber│Museum der Alltagskultur

 

Danach erreichen Sie wieder den Ausgangspunkt des kulturhistorischen Dorfrundgangs, den alten "Lönskrug".

Dessen Name weist auf den Schriftsteller, Dichter, Naturfreund und Jäger Hermann Löns (1866-1914) hin, der mehrfach Gast im ehemaligen Timmermann’schen Dorfkrug war, dem "Wirtshaus an der Straße".


Fotografien:

© Klaus A.E. Weber, Hellental

© Veröffentlichung der Bildaufnahme vom Juli 2019 mit freundlicher Genehmigung von „Die Stadtfotografen │ Mechthild Ziemer │ Stadtoldendorf“ am 15. Januar 2020.