SOLLINGHAUS WEBER│[hmh: Museum der Alltagskultur

Erinnern, wie es früher einmal war - Die ThemenRäume WALD│GLAS│DORF

 

  Ausstellungs- & Aktionshaus

 

 Das 1884 errichtete Wohngebäude des privaten Museumshauses vermittelt durch Originalexponate und Einzelschicksale regionale Geschichte und Kultur nachvollziehbar.

In den alltags- und kulturgeschichtlichen Dauerausstellungen der ThemenRäume WALD|GLAS|DORF werden Besucher*innen in authentisch historisch-dörflicher Stätte Aspekte der Alltagskultur des Glasmacherortes und späteren Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes präsentiert - die Lebens- und Wohnumstände und die Alltagsarbeit seiner Bewohner*innen.

Dabei zeigt die dreiteilige Themenbezeichnung WALD|GLAS|DORF, dass in den Ausstellungen das Thema GLAS vor Ort und virtuell im Mittelpunkt steht - in Kombination als WALDGLAS und als GLASDORF.

 

 

Das seit 2013 mit Sanierungs- und Renovierungsarbeiten im Aufbau befindliche Museumshaus dient gemeinsam mit dem Museum im Backhaus als regionalhistorischer "Wissensspeicher", entwickelt mit dem Ziel, insbeondere die bau-, glas- und dorfgeschichtliche Sachkultur des "Alten Tals der Glasmacher" im Solling zu erfassen, zu erschließen und zu erhalten.

Bedingt durch Verzögerungen bei den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen konnte das Museumshaus erstmals seine Pforten am "Tag des offenen Denkmals" am 08. September 2019 kurzzeitig öffnen.

 

Wichtige Information

Für den Besuch des Museums ist eine Anmeldung dringend erforderlich.

Wir bitten Sie um Verständnis dafür, dass die Anzahl der Personen, die sich in den Ausstellungsräumen und öffentlichen Gemeinflächen zur gleichen Zeit aufhalten dürfen, limitiert ist.

Daher sind keine Gruppenführungen möglich.

Einlassvoraussetzungen:

✓ Anmeldung bei der Museumsleitung – telefonisch unter +49 05564/1559 oder per E-Mail: weber-hellental⦋at⦌t-online.de

✓ Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für alle Museumsgäste

✓ Einhalten des Abstandsgebots von mindestens 1,5 Meter zu anderen Personen, die nicht zu einem Haushalt gehören; dies gilt auch für den Aufenthalt vor Exponaten

Mit Abstand sind Sie die besten Besucher*innen des Museums.

 

WALD|GLAS|DORF; Alltagskulturelle Kontraste in den Ausstelloungen

 

Im heutigen Alltag bereichern Fachwerkgebäude ganz selbstverständlich unsere Städte und Dörfer - sind aber vom Abriss und von baulicher Überformung und Zweckentfremdung bedroht.

In der 1753 im Rahmen des fürstlichen "Neuen Anbaus auf dem Lande" im Solling planmäßig entstandenen Arbeitersiedlung Hellental spiegelt das authentische, ehemals landwirtschaftlich basierte Gebäudeensemble die regionale ländliche Baukultur und Formensprache der kennzeichnenden Hausform „Sollinghaus" wieder.

Es bestehend aus einem

  • Haupthaus (Wohnhaus)

  • Wirtschaftsgebäude (Scheune/Tenne)

  • Nebengebäude - Stallgebäude mit Holz- und Kohlenlager

  • Fachwerkhof.

Das repräsentative Fachwerkhaus erinnert mit seinem Sockel aus regelmäßigem Schichtmauerwerk und hoher Freitreppe mit Podest aus Sollingsandstein daran, dass im 18. Jahrhundert erstmals Häuser eines besonderen, nicht bäuerlichen Typs errichtet wurden, die alleinig dem Wohnen und Hauswirtschaften dienten.

Dabei wird anschaulich erkennbar, wie sich die sozioökonomischen Besonderheiten der Hauseigentümer einst ausgewirkt haben.

Das Museumshaus befindet sich im historischen Dorfkern in einem markanten Fachwerkgebäude des späten 19. Jahrhunderts (1884, Ass.-№ 40).

Mit seiner musealen Nutzung als Ausstellungs- und Aktionshaus soll das sanierte Fachwerkgebäude als regionales architektonisches Erbe erhalten und touristisch inwertgesetzt werden.

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Zeitreise mit Spaß am Lernen im Sollinghaus Weber│Museum der Alltagskultur.

 

"Beim Abendessen in der Wohnküche überrascht"

 

„Sollinghaus“ in Hellental │ Ass.-№ 40 │ ehemals Dorfstraße - heute Lönsstraße 6

Bei dem wahrscheinlich erstmals in den Jahren um 1795-1800 errichteten, einzeln stehenden agrarisch-handwerklich genutzten Sollinghaus mit der Ass.-№ 40 am Talhang lagen einst traufständig zur Dorfstraße Stall, Wohnbereich und Vorratsraum übereinander.

Noch heute erkennbar ist der Unterbau massiv und besteht aus dem örtlich anstehenden Sollingsandstein, ebenso die Freitreppe, die die Wohnung erschloss.

In dem Kellergeschoss war ehemals der Stall untergebracht.

Damit konnte im Winter die aus dem Stall kommende Wärme in den sich darüber liegenden Wohnräumen (Kammern) genutzt werden.

Der bautypisch von der Wohnung aus rückseitig ebenerdige Ausgang wird heute nur noch durch die Türöffnung zur Scheune angedeutet.

Das große Dachgeschoss diente der Lagerung der damaligen wenigen Ernteerträge.

Die Bewohner des Hauses waren zumeist Waldarbeiter mit ihren Familien, die nur eine kleine Landwirtschaft betrieben.

Das Haus und seine Nutzung wurden im Laufe der Zeit verändert und durch eine Scheune und ein Stallgebäude erweitert.

 

Einst gerne als "Foto-Treppe" genutzte Sandstein-Freitreppe des "Sollinghauses" von 1884 

Hochzeit von Paul Pelzer [1] | Hochzeitsgesellschaft, u.a. mit Otto Siebers (rechts) | um 1940

zeittypische Sprossenfenster und Sollingplatten vor dem Treppenaufgang

"Oma" Johanne Siebers (geb. Kiene) sitzend vor dem Hauseingang | um 1960

industriell in Standardmaßen gefertigte Holzfenster

als Zeichen des auf dem Land angekommenen "Wirtschaftswunders"

 

Fotografien:

© Veröffentlichung der Bildaufnahme vom Juli 2019 mit freundlicher Genehmigung von „Die Stadtfotografen │ Mechthild Ziemer │ Stadtoldendorf“ am 15. Januar 2020.

© Klaus A.E. Weber, Hellental

© HISTORISCHES MUSEUM HELLENTAL

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[1] genealogisch nicht erfasst.

[2] WEBER 2009.

[3] NOACK 1980.