SOLLINGHAUS Weber - Museum der Alltagskultur des HMH 

Alltags- & kulturgeschichtliches Ausstellungs- & Aktionshaus

 

Das "Sollinghaus" als Museumshaus im Juli 2019

 

In den alltags- & kulturgeschichtlichen ThemenRäumen WALD|GLAS|DORF des privaten MUseumshauses werden Besucher*innen in authentisch dörflicher Umgebung Aspekte der Alltagskultur des Glasmacherortes und späteren Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes präsentiert - die Lebens- und Wohnumstände und die Alltagsarbeit seiner Bewohner*innen.

Das seit 2017 mit Sanierungs- und Renovierungsarbeiten im Aufbau befindliche Museumshaus dient gemeinsam mit dem Museum im Backhaus im HISTORISCHEN MUSEUM HELLENTAL als regionalhistorischer "Wissensspeicher" -  entwickelt mit dem Ziel, insbeondere die glas- und dorfgeschichtliche Sachkultur des "Alten Tals der Glasmacher" im Solling zu erfassen, zu erschließen und zu erhalten.

Das Museumshaus konnte erstmals seine Pforten am "Tag des offenen Denkmals" am 08. September 2019 öffnen.

 

"Haus Hempel" in den 1950er Jahren

 

Erinnern, wie es früher einmal war ...

Im heutigen Alltag bereichern Fachwerkgebäude ganz selbstverständlich unsere Städte und Dörfer.

In der 1753 im  Rahmen des fürstlichen "Neuen Anbaus auf dem Lande" im Solling planmäßig entstandenen Arbeitersiedlung Hellental spiegelt ein authentisches, ehemals landwirtschaftlich basiertes Gebäudeensemble die regionale ländliche Baukultur von der kennzeichnenden Hausform „Sollinghaus" wieder.

Es bestehend aus

  • dem Haupthaus (Wohnhaus),

  • einem Wirtschaftsgebäude (Scheune),

  • einem Nebengebäude (Stallgebäude mit Holz- und Kohlenlager),

  • einem Hof.

Das repräsentative Fachwerkhaus erinnert mit seinem Sockel aus regelmäßigem Schichtmauerwerk und hoher Freitreppe mit Podest aus Sollingsandstein daran, dass im 18. Jahrhundert erstmals Häuser eines besonderen, nicht bäuerlichen Typs errichtet wurden, die alleinig dem Wohnen und Hauswirtschaften dienten.

Dabei wird anschaulich erkennbar, wie sich die sozioökonomischen Besonderheiten der Hauseigentümer einst ausgewirkt haben.

Das SOLLINGHAUS Weber│Museum der Alltagskultur befindet sich im historischen Dorfkern in einem markanten Fachwerkgebäude des späten 19. Jahrhunderts (1884, Ass.-№ 40).

Mit seiner musealen Nutzung als Ausstellungs- und Aktionshaus soll das sanierte Fachwerkgebäude als regionales architektonisches Erbe erhalten und touristisch inwertgesetzt werden.

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Zeitreise mit Spaß am Lernen im SOLLINGHAUS Weber│Museum der Alltagskultur!

 

 

„Sollinghaus“ in Hellental │ Ass.-№ 40 │ ehemals Dorfstraße, heute Lönsstraße 6

Bei dem wahrscheinlich erstmals um 1795-1800 errichteten, einzelnstehenden agrarisch-handwerklich genutzten Sollinghaus mit der Ass.-№ 40 am Talhang lagen einst traufständig zur Dorfstraße Stall, Wohnbereich und Vorratsraum übereinander.

Noch heute erkennbar ist der Unterbau massiv und besteht aus dem örtlich anstehenden Sollingsandstein, ebenso die Freitreppe, die die Wohnung erschloss.

In dem Kellergeschoss war ehemals der Stall untergebracht.

Damit konnte im Winter die aus dem Stall kommende Wärme in den sich darüber liegenden Wohnräumen (Kammern) genutzt werden.

Der bautypisch von der Wohnung aus rückseitig ebenerdige Ausgang wird heute nur noch durch die Türöffnung zur Scheune angedeutet.

Das große Dachgeschoss diente der Lagerung der damaligen wenigen Ernteerträge.

Bewohner des Hauses waren zumeist Waldarbeiter, die nur eine kleine Landwirtschaft betrieben.

Das Haus wurde im Laufe der Zeit verändert und durch eine Scheune und ein Stallgebäude erweitert.

 

Einst gerne als "Foto-Treppe" genutzte Sandstein-Freitreppe des Sollinghauses von 1884

Hochzeitsgesellschaft, u.a. mit Otto Siebers (rechts) | um 1940 | mit zeittypischen Sprossenfenstern und Sollingplatten vor dem Treppenaufgang

"Oma" Johanne Siebers (geb. Kiene) sitzend vor dem Hauseingang | um 1960 | mit industriell in Standardmaßen gefertigten Holzfenstern

als Zeichen des auf dem Land angekommenen "Wirtschaftswunders"

 

CO2-neutrales Gebäudeensemble

Das private alltags- & kulturgeschichtliche Museumshaus "Sollinghaus" wird als CO2-neutrales Gebäudeensemble betrieben.

Dabei dient im Rahmen einer naturnahen Sanierung die teils großflächige Holzverbauung als CO2-Specher.

 

 

Fotografien:

Veröffentlichung der Bildaufnahme vom Juli 2019 mit freundlicher Genehmigung von „Die Stadtfotografen │ Mechthild Ziemer │ Stadtoldendorf“ am 15. Januar 2020.

HISTORISCHES MUSEUM HELLENTAL.