SOLLINGHAUS Weber│Museum der Alltagskultur

Regionaler Kulturspeicher mit drei Fokusthemen: WALD│GLAS│DORF 

 

 

Die Zeit zurück gedreht ... Erinnern, wie es früher einmal war

Im heutigen Alltag bereichern Fachwerkgebäude ganz selbstverständlich unsere Städte und Dörfer.

In der 1753 im  Rahmen des fürstlichen "Neuen Anbaus auf dem Lande" im Solling planmäßig entstandenen Arbeitersiedlung Hellental spiegelt ein authentisches, ehemals landwirtschaftlich basiertes Gebäudeensemble die regionale ländliche Baukultur von der kennzeichnenden Hausform „Sollinghaus" wieder, bestehend aus dem Haupthaus (Wohnhaus), einem Wirtschaftsgebäude (Scheune), einem Nebengebäude (Stallgebäude mit Holz- und Kohlenlager) und einem Hof.

Das repräsentative Fachwerkhaus erinnert mit seinem Sockel aus regelmäßigem Schichtmauerwerk und hoher Freitreppe mit Podest aus Sollingsandstein daran, dass im 18. Jahrhundert erstmals Häuser eines besonderen, nicht bäuerlichen Typs errichtet wurden, die alleinig dem Wohnen und Hauswirtschaften dienten.

Dabei wird anschaulich erkennbar, wie sich die sozioökonomischen Besonderheiten der Hauseigentümer einst ausgewirkt haben.

Das privat geführte SOLLINGHAUS Weber│Museum der Alltagskultur befindet sich im historischen Dorfkern in einem eher schlichten Fachwerkgebäude des späten 19. Jahrhunderts (1884, Ass.-№ 40).

Mit seiner musealen Nutzung als Ausstellungs- und Aktionshaus soll das Fachwerkgebäude als regionales architektonisches Erbe erhalten und touristisch inwertgesetzt werden.

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„Sollinghaus“ in Hellental │ Ass.-№ 40 │ Lönsstraße 6

Bei dem wahrscheinlich erstmals um 1795-1800 errichteten, einzelnstehenden Sollinghaus mit der Ass.-№ 40 am Talhang lagen einst traufständig zur Straße Stall, Wohnbereich und Vorratsraum übereinander.

Noch heute erkennbar ist der Unterbau massiv und besteht aus dem örtlich anstehenden Sollingsandstein, ebenso die Freitreppe, die die Wohnung erschloss.

In dem Kellergeschoss war ehemals der Stall untergebracht.

Damit konnte im Winter die aus dem Stall kommende Wärme in den sich darüber liegenden Wohnräumen (Kammern) genutzt werden.

Der bautypisch von der Wohnung aus rückseitig ebenerdige Ausgang wird heute nur noch durch die Türöffnung zur Scheune angedeutet.

Das große Dachgeschoss diente der Lagerung der damaligen wenigen Ernteerträge.

Bewohner des Hauses waren zumeist Waldarbeiter, die nur eine kleine Landwirtschaft betrieben.

Das Haus wurde im Laufe der Zeit verändert und durch eine Scheune und ein Stallgebäude erweitert.

 

Ausstellungs- & Aktionshaus

In den Themenräumen WALD|GLAS|DORF werden Aspekte der Alltagskultur des Glasmacherortes und späteren Waldarbeiter- und Landhandwerkerdorfes präsentiert, wie auch die Lebens- und Wohnumstände sowie die Alltagsarbeit seiner Bewohner*innen.

In Verbindung mit dem im Jahr 2008 eröffneten Museum im Backhaus│Hellental dient das seit dem Jahr 2017 im Aufbau befindliche Ausstellungs- und Aktionshaus gemäß dem Leitmotiv als regionalhistorischer "Wissensspeicher" -  entwickelt mit dem Ziel, die glas- und dorfgeschichtliche Sachkultur des "Alten Tals der Glasmacher" im Solling zu erfassen, zu erschließen und zu erhalten.

Bedingt durch Verzögerungen bei den Sanierungs- und Umbaumaßnahmen konnte das Museumshaus erstmals seine Pforten am "Tag des offenen Denkmals" am 08. September 2019 mit über 70 Besucher*innen öffnen.

 

Projekt: Weinbau in Hellental

 

frauenORT Paula Tobias

Das SOLLINGHAUS Weber│Museum der Alltagskultur unterstützt den im Mai 2017 am Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern als 34. „frauenORTE Niedersachsen“-Standort eröffneten frauenORT Paula Tobias - einschließlich der am 11. März 2018 im Weserrenaissance Schloss Bevern eröffneten Dauerausstellung „Paula Tobias: Auf den Spuren der ersten Landärztin im Braunschweiger Land".

 

Weblinks: Alltagskultur(en)

 

Fotografie: Archiv Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental

 


[1] museums:Zeit 4-2019 │ Museumsverband Niedersachsen und Bremen e.V.