[hmh MuseumSpecial »HEILKUNDE | Meist Frauensache«

Klaus A.E. Weber

 

Einigen wenigen ausgewählten Spuren regionaler volksheilkundlicher, volks- und dorfmedizinischer Traditionen, verbunden mit medizinhistorischen Aspekten, soll sozialmedizinisch nachgespürt werden.[1]

Wollen wir nun Spuren überlieferter volks- und dorfmedizinischer Traditionen im Solling nachgehen, so bedarf es eingangs des Versuches einer kurzgefassten Bestimmung des schillernden, heute weitgehend vergessenen Begriffes „Volksmedizin“.

Zudem ist der Begriff „Volksmedizin“ in Beziehung zu dem Begriff der so genannten klassischen Schulmedizin setzen.

Heute tummelt sich auf dem bunten, gewinnorientierten Gesundheitsjahrmarkt „unkonventioneller Heilmethoden“ und der „Alternativmedizin“ geradezu ein Sammelsurium unscharf gefasster Begriffe und vager Angebote im Wettbewerb.

Wie medizinethnologische und kultursoziologische Studien nachwiesen, sind es vor allem kulturbedingte Vorstellungen, die Menschen dazu veranlassen, bestimmte Heilweisen und Behandlungskonzepte zu akzeptieren oder auch zu verwerfen.

Das betrifft gerade auch die wissenschaftliche Medizin mit den Spielarten ihres diagnostischen und therapeutischen Denkens und Handelns.

Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, dass die jeweils vorherrschenden Medizinsysteme historischen Wandlungsprozessen unterlagen.

 

 

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[1] „Hexenkraut für Holzfäller - Traditionen der Volksmedizin im Solling“ - In dem lokalgeschichtlichen und medizinhistorischen Vortrag sind am 08. März 2013 im „Lönskrug“ in Hellental Dr. Wolfgang Schäfer (Sozialwissenschaftler, Bodenfelde) und Dr. Klaus A. E. Weber (Sozialmedizinier, Hellental) sowie in Dassel und Boffzen 2013/2014 Spuren der Volksmedizin im Solling nachgegangen.

"Von Anschöt, Scheuerchen & Blattern - Traditionen der Heilkunde & Mittelalterlich geprägte Volksmedizin im Solling" - Vortrag von Ltd. Medizinaldirektor i. R. Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental, am 22. März 2018 in Holzminden–Neuhaus.