Waldglashütte "Beim Hasselborn"

Klaus A.E. Weber

{ShGfN 1-1}

370 m üNN

um 1600

 

Lage:

Koordinaten der Fundstelle und eingemessene GPS-Daten sind beim Verfasser und bei der Kommunalarchäologie hinterlegt

  • Forstabteilung: 2277 II Neuhaus │Revier VII Merxhausen, Sollingtal „Hundebruch“
  • Topografische Karte „Schießhaus“ │ DGK 25 Nr. 4223 – 03 Mecklenbruch

  • S 14 nach BLOSS [1]: Glashütte beim Hasselborn, erwähnt 1597-1608
  • Sollingkarte von 1603 (KRABBE): "Glase Hütte" mit Gebäudesignaturen zwischen "Große Vorschlopf" und "Im Lütkrn Vorschlopff" nahe dem "Holtzmindischer weg" [3]

"Glasehütte" - Waldglashütte "Beim Hasselborn" │ um 1600 [4]

zwischen "Große Vorschlopf" und "Im Lütkrn Vorschlopff" nahe dem "Holtzmindischer weg".

 

Fundstellen-Nummer:        

  • ShGfN 1-1

 

Datierung:

  • um 1600 (1597-1608)

 

Nach STEPHAN [2]: 88

"Am Hasselborn östlich Holzminden (BLOSS S. 34) [?]:

Eine Hütte des frühen 17. Jahrhunderts.

In der Fürstenberger Amtsrechnung 1607/08 werden von der Hütte "beym Haselborn" 280 Gulden Pacht gebucht.

Datierung: Nach 1600."

 

BLOSS [1] führte 1977 aus:

"Nach einer Forstrechnung zahlt der namentlich nicht genannte Meister 270 Taler Pacht [StAH Cal 23 VII 64].

Margarete KILLING schreibt 1927: "1600 sind Wilhelm und Samuel Gundelach Glasemeister beim Haselborn auf dem Solling [KILLING 1927, S. 51].

Doch nach einer Akte des Staattsarchivs Marburg hielt im Jahre 1600 nur "Wilhelm Gundelach ... sein Hutten under Herzogk Henrich Julio beim Haselborn uffm Sölling. ...

Der Meister am Hasselborn scheint personengleich mit einem Wilhelm Kungelach zu sein, der 1589 noch beim Spiegelborn im Kaufungerwald südlich Laubach eine Glashütte unterhielt [StAH Cal 22 X 22].

... die Einwohner von Arholzen, Deensen und Lobach ihr Vieh "von dem Haselborn bei der Glashütte an bisan die drei Buchen" gehütet haben.

1602 sei ihnen aber am Solling ein neuer Ort dafür angewiesen worden [StAWF 19 Alt 49].

Vor 1608 scheint der Besitzer dieser Glashütte gewechselt zu haben.

Denn unter den Ausgaben zur Hochzeit des Amtmanns Nikolaus Thesmar im Jahre 1608 werden 4 Taler verbucht "vor Gleßer M. Hanß dem Gleßer beym Hasselborn" [StAWF 7 Alt 3 G 146]. ...

Als Bodenfunde finden sich u.a. Scherben vonachteckigen Spitzkelchen der Art, wie Rembrandt einen auf seinem Gemälde "Selbstbildnis mitSaskia" emporhält. ...

In der Fürstenberger Amtsrechnung 1607/08 werden von der Hütte "beym Haselborn" 280 Gulden Pacht verbucht [StAWF 22 A 553]."     

 

Fundumstand:

  • Areal der bekannten frühneuzeitlichen Waldglashütte beim Wald-Weiler Schießhaus im Schießhäuser Tal, Quellgebiet des Hasselbachs

    März 2011 und Mai 2020 prospektiert (Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental)

 

Ausdehnung:

  • größerer, teils überformter Hüttenplatz

 

Zustand:

  • unter Waldboden liegend

  • 2 längliche Ofenhügel

 

Befunde/Interpretation:

  • Mehr-Ofen-Anlage

 

Ofenhügel am Standort der Waldglashütte "Beim Hasselborn" │ um 1600

Prospektionen im März 2011 und Mai 2020

 

Fotografien:

© Klaus A.E. Weber, Hellental

 

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[1] BLOSS 1977, S. 68-69, 92-93 (S 14), 98, 108.

[2] STEPHAN 2010, S. 527.

[3] Blatt 12 der faksimilierten Sollingkarte von 1603 [ARNOLD/CASEMIR/OHAINSKI (Hg.), 2004 - StAWF K 202 Blatt 12.

[4] Ausschnitt aus Blatt 12 der faksimilierten Sollingkarte von 1603 [ARNOLD/CASEMIR/OHAINSKI (Hg.), 2004 - StAWF K 202 Blatt 12.