„Porcellain-Fabrique“ Fürstenberg - Manufakturporzellan seit 1747

„Inzwischen wünschen wir, ein Tisch-Service zu haben"

 

Die Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG feierte 1997 ihr 250-jähriges Jubiläum.[3]

In dieser Zeit entstanden künstlerische wie auch kulturhistorisch wegweisende Porzellangestaltungen.[4]

  • Marke ⎸Scherben ⎸Glasur ⎸Bemalung - seit 1753 F-Marken auf Fürstenberger Porzellan

 

 

 

Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg ist eine der ältesten und zugleich renommiertesten Porzellan-Manufakturen Europas.

Im Jagdtschloss Fürstenberg oberhalb der Weser wurde sie unter Herzog Carl I. und seinem Hofjägermeister Johann Georg von Langen errichtet.

Am 11. Januar 1747 hatte Herzog Carl I. die Gründung der Porzellanmanufaktur in Fürstenberg angeordnet: „die … Verfertigung des echten Porcellains … auf dem Schlosse zu Fürstenberg“.

FÜRSTENBERG ist die zweite Porzellanmanufaktur im deutschsprachigen Raum, welche das "weiße Gold" seit ihren Anfängen kontinuierlich bis heute produziert.

 

Die ältesten, noch im Originalzustand erhaltenen Porzellan-Brennöfen Europas

Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg besitzt die ältesten, noch im Originalzustand erhaltenen Porzellanbrennöfen Europas mit „Produktionsspuren“ aus den Versuchsöfen ab 1747.

Der erste in Fürstenberg dokumentierte Porzellanbrand erfolgte am 29. Januar 1750: „… daß der Erste Brandt des Egten Porcellain so wohl gelungen“ (Bericht des Direktors v. Langen).

In mehrjähriger Grabungsarbeit (2006-2011) konnten die historisch erhalten Porzellanbrennöfen archäologisch erforschten werden (Ofen I-III).[5]

 

 

Ausschnitt aus dem 3D-Modell der ältesten erhaltenen historischen Porzellanbrennöfen Europas & archäologisch geborgene Brennkapsel (Ausstellung 2012) - Museum Schloss Fürstenberg

 

  • Schloss-Ensemble der Porzellanmanufaktur
  • Das Museum Schloss Fürstenberg verbindet in seiner Dauerausstellung Tradition und Moderne. Unter dem Motto Erleben, Verstehen, Gestalten lässt sich in einzigartiger Weise der faszinierende Wandel der Tischkultur von 1747 bis heute entdecken.

 

 

  • Freundeskreis Fürstenberger Porzellan e.V. - Die Mitglieder des "FFP" haben sich im gemeinsamen Interesse für die Unterstützung der Pflege, Erhaltung, Darstellung und der Freude am Porzellan aus Fürstenberg zusammengefunden.

 

 

 

Literaturhinweise

Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg 1747.

  • Band I von Beatrix Freifrau von Wolff Metternich und Manfred Meinz: Zeit von der Manufakturgründung bis zum Jahr 1796.
  • Band II von Beatrix Freifrau von Wolff Metternich und Manfred Meinz: Manufakturgeschichte von der napoleonischen Ära bis zum Jahr 1860.
  • Band III von Christian Lechelt: Zeit von der Privatisierung der Manufaktur im Jahr 1859 bis zur Gegenwart.

Museum der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, Sammlung Eduscho Bremen: "Die Kaffegesellschaft". Drei Jahrhunderte Kaffeekultur an der Weser. Eine Ausstellung des Porzellanmuseums Fürstenberg und der Sammlung Eduscho, Bremen. 1992.

Reissinger, Elisabeth: Porzellan aus Fürstenberg. Kestner-Museum Hannover 3. Hannover 1997.

Flach, Hans Dieter Flach; Thomas Krueger (Bearb.): Maroni heiß und Lecker. Kastanientöpfe aus Porzellan, Fayence, Steingut und Steinzeug. Holzminden 2010.

Engelke, Thomas: Zeitzeichen. Porzellan der Manufaktur Fürstenberg im 20. Jahrhundert. Hannover 2011.

Krabath, Stefan: Luxus uin Scherben. Fürstenberger und Meißener Porzellan aus Grabungen. Dresden 2011.

Krueger, Thomas (Hg.): Sammellust. Eine Einführung in das Sammeln von Porzellan aus Fürstenberg. Holzminden 2011.

Krueger, Thomas: Der Ausdruck des Wesentlichen. Porzellan und Keramik von Siegfried Möller (1896-1970). Holzminden 2012.

Krueger, Thomas: Arbeit, Holz und Porzellan. Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel und die Wirtschaftspolitik im 18. Jahrhundert. Der Weserdistrict. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Museum im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg. 23. März bis 06. Oktober 2013. Holzminden 2013.

 

Ofensteine mit der Stempelgeprägung "Fürstenberger Porzellanfabrik"

Wie die Baudokumentation bei den Restaurierungsarbeiten [1] am vorgefundenen Original-Backofen des ehemaligen Gemeinde-Backhauses in Hellental ausweist, wurden beim Backofenbau einst gestempelte wie auch ungestempelte Ziegel als Ofensteine verwendet.

Überraschenderweise waren zahlreiche stempelgeprägte Ofensteine auf die "Fürstenberger Porzellanfabrik" zurückzuführen.[2] [6]

 

Text & Fotografien: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental

 


[1] Im Rahmen des Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojektes der Kreisvolkshochschule Holzminden von September 2007 bis August 2008.

[2] Als Belegexemplare wurden 2008 vier Ofensteine mit der Stempelgeprägung "Fürstenberger Porzellanfabrik" dem Museum im Schloß FÜRSTENBERG (Magazin unter der Leitung von Thomas Krueger) als Dauerleihgaben zur Verfügung gestellt.

[3] Sonderausstellung im Kestner-Museum Hannover: Porzellan aus Fürstenberg. Vom Rokoko zum Biedermeier. 1997-1998.

[4] SIEMEN 1995, S. I-9, I-96-97, I-120-125, I-156-167, I-190-201, I-216-221.

[5] KÖNIG/KRABATH 2010, S. 135-138.

[6] RÖNTGEN 2007, S. 76-82.