Chronik 2.0 Heinade

 

Die "Ersten Heinader"  bei der 700-Jahrfeier Heinade 1972

 

Heinade um 1910

„Denkiehäuser Straße“ mit Kolonialwarengeschäft Dreyer (rechts) und der Hofstelle (links) von Carl Schoppe, später Ahlswede

Grußpostkarte

Privatsammlung von Irene Ahlswede, Heinade



 

Einst spätmittelalterlich wüst gefallen, wurde das bäuerliche Dorf Heinade vermutlich erst im 16. Jahrhundert unter Herzog Heinrich d. J. wieder aufgebaut.

Heinade liegt eingebettet zwischen dem nördlichen Sollingrand und dem über 400 m hohen Holzberg.

Die landschaftlich schöne Lage von Heinade wird aufgewertet durch die reichhaltige Flora der Umgebung mit vielen seltenen und geschützten Pflanzen.

Als Bauerndorf angelegt ist Heinade bis heute geprägt von der traditionellen Landwirtschaft im Haupt- und Nebenerwerb.

 

Heina(de) am nördlichen Sollingrand

Übersicht erstellt von Raimond Schulze, Stadtoldendorf

 

Archäologische Funde aus der Mittelsteinzeit
(8.000-5.500 v.Chr.) und insbesondere ein in der
Feldmark von Heinade „ausgeackertes“ schlichtes
bronzezeitliches Absatzbeil (1.600 v. Chr.)
belegen, dass sich bereits vor Jahrtausenden
Menschen in dem Gebiet um Heinade aufgehalten
haben, das das Dasseler mit dem Stadtoldendorfer
Becken verbindet [9]

 

„Einhäuser erbaulichen Inhalts“


Im historischen Dorfkern von Heinade befinden sich sehenswerte bäuerliche Fachwerkhäuser und Fachwerkscheunen als „Einhäuser erbaulichen Inhalts“ (17.-19. Jahrhundert). 

 

Ansichtskarte Heinade

 


 

Seit dem 01. Januar 1971 zählt die alte Landgemeinde Heinade, trotz ihrer damaligen „schweren Bedenken“, mit ihren Ortsteilen Merxhausen und Hellental zur Samtgemeinde Stadtoldendorf.

Im Sommer 1972 feierte das „zwischen dem Sollinge und dem Holzberge“ liegende spätmittelalterliche Bauerndorf Heinade[1], das zeitweilig zur Herrschaft Homburg bzw. zum Amt Wickensen zählte, sein 700-jähriges Bestehen.[2]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Heinader Dorfanlage von STEINACKER als „haufenförmig“ charakterisiert. [10]

Nach LAMBRECHT soll Heinade auf eine Gründung der „Sassen“ (Stammesherzogtum Sachsen) zurückzuführen sein.[3]

Es soll auch zu den zurzeit von Heinrich dem Jüngeren, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (1514-1568), um 1535 (wieder) aufgebauten Dörfern gehören.[4]

Heinade soll erstmals 1272 urkundlich erwähnt worden sein, als die Grafen von Wo(h)ldenberg Land zu Henade (auch Heenade) besaßen.

Um 1600 ist der Dorfname Heina (auch Heyna) gebräuchlich, wie auch die Krabbe’sche Sollingkarte von 1603 ausweist.[5]

Von 1568–1882 war die Gemeinde Heinade „filia“ von Deensen.

Seit 1942 zählt die Gemeinde Heinade zur Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.[6]

Um 1890 waren die um Heinade vielfach bestehenden Sandsteinbrüche einer besonderen überregionalen Erwähnung wert.[7]

Es sind Berichte über die Besitztümer, Ernteverhältnisse und Belastungen, denen Heinade ausgesetzt war, aber auch zum Geschehen während der „napoleonischen Zeit“ erhalten geblieben.

Anlässlich des Ortsjubiläums 1972 war vom Heinader Lehrer Hans HAHNE relativ kurzfristig eine kleine ortsgeschichtliche Betrachtung als so genannte „Ortschronik 700 Jahre Heinade“ erstellt worden, bezogen im Wesentlichen auf das von STEINACKER erstellte Basiswerk „Bau- und Kunstdenkmäler des Herzogtums Braunschweig“ sowie auf die "Beschreibung des im Fürstlichen Amte Wickensen belegenen Ortes Heinade im Jahre 1756 gefertigt von Christoph Laurentius".[8]

 

Gesamtfläche des Dorfes Heinade

  • 1756: 1.944 Morgen, 84 Ruthen
  • 1868: 566 ha
  • 1933: 569 ha

 

Einwohner/innen des Dorfes Heinade - März 2016: 350 Einw.

 

Fotografien: Archiv HGV-HHM

Dorf-Fotografie: „Die Eule“, Zeitung in Einbeck - mit freundlicher Genehmigung 2016.

Text: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental



[1] Deutung von HAHNE [1972, S. 18]: Heuken = Blätter des Huflattichs.

[2] HAHNE 1972, S. 7; LAMBRECHT 1863, S. 702.

[3] LAMBRECHT 1863, S. 702.

[4] KLEINAU 1967, S. 266.

[5] HAHNE 1972, S. 7; KLEINAU 1967, S. 266; STEINACKER 1907, S. 175.

[6] SEEBASS/FREIST 1969, S. 106.

[7] KNOLL/BODE 1891, S. 394.

[8] herzoglicher Commissarius Laurentius (Lorenz).

[9] vergl. Fundchronik im Jahrbuch für den Landkreis Holzminden. Bd. 3, 8/9, 10/11.

[10] STEINACKER 1907, S. 175.