Das "Alte Tal der Glasmacher"© im Solling

Mittelalterliche & neuzeitliche Waldglashütten - im Umfeld des Hellentals im Weserbergland

"Die Geschichte der Glaskunst - von ihren Anfängen ungefähr vor 1.500 Jahren v. Chr. bis heute - verläuft in Wellenbewegungen, bei denen sich Phasen aufsehenerregender Errungenschaften mit Zeiten der Stagnation ablösen."

Dedo von Kerssenbrock-Krosigk 2017 [55]

 

FEISE 1925

 

 

                                        BLOSS 1953                                                         BLOSS 1977

 

Anders als die benachbarten Bauerndörfer Merxhausen und Heinade, die im Spätmittelalter vor dem nördlichen Solling als Randdörfer gegründet wurden, liegt das geschichtlich wesentlich jüngere, vorindustrielle Arbeiter- und Landhandwerkerdorf Hellental innerhalb einer besonderen Grabenstruktur des Nordsollings.

Es ist bemerkenswert, dass im Zusammenhang mit der Wirtschaftsgeschichte des Sollings diese Ortschaft ausdrücklich in der Publikation „Niedersächsische Geschichte“ als Glashüttendorf benannt wird.[50]

Somit kommt Hellental als ehemaligem ortsfestem Glashüttenstandort offenbar ein nicht ganz unbedeutender Stellenwert in der gewerblichen niedersächsischen Landesgeschichte zu.

Letztendlich verdankt die heutige gleichnamige Ortschaft ihre Entstehung einer in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts betriebenen Glasproduktionsstätte.

Die Geschichte des Hellentals ist in der Tat eng verbunden mit der des „Glasmachens“ im ehemaligen "Weser-District" (Braunschweiger Weserkreis) - im Solling, Vogler und Hils.

Das Sollingtal ist mit der zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel aufstrebenden vorindustriellen Herstellung von Glasprodukten in ortsfesten Hüttenanlagen (Glasmanufakturen) verknüpft.[51]

Im und um Hellental gab es fernab der nächsten Siedlungen sowohl gute topografische Rahmenbedingungen (Geländemorphologie) als auch ausreichend verfügbare Roh- und Brennstoffe sowie Wasser für eine langjährige Glasproduktion.

Der vor Ort direkt anstehende Solling-Buntsandstein konnte zudem gut zum Bau von Ofenanlagen verwendet werden.

So verwundert es nicht, dass in unterschiedlichen Zeiträumen Glasmachermeister auch in das lang gestreckte, weiträumige Hellental zogen, um, wenn auch zeitlich befristet, hier ihre Betriebe zu gründen und zu entwickeln.

Die frühesten Hinweise auf die Glasherstellung im Hellental lassen sich in das Hoch-/Spätmittelalter (12./13. Jahrhundert) datieren.

Indes fehlen bislang primäre schriftliche Zeugnisse (Archivalien) zur tatsächlichen Glasproduktion im Hellental.

Möglicherweise wurde das Hellental seit dem Mittelalter wiederholt zur Gründung von Glashütten aufgesucht.

Allerdings gibt es in dem frühneuzeitlichen, relativ genauen topografischen Solling-Kartenwerk (1603)[52] des Kartografen Johannes Krabbe keinerlei Signaturhinweise oder textuelle Einträge, die auf das damalige Bestehen einer oder mehrerer (Wald-)Glashütten oder Hüttensiedlungen im "Helldahl" oder in dessen unmittelbaren naturräumlichen Nachbarschaft hinweisen würden.

Daher kann, historisch gesehen, davon ausgegangen werden, dass um 1600 im gesamten Hellental und in seiner näheren Umgebung mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Waldglashütten (mehr) bestanden haben.

Die Glasmacher waren bei ihrer Glasherstellung vorrangig auf die Nutzung einheimischer Rohstoffe angewiesen, die sie in den ausgedehnten Laubwäldern des Sollings und insbesondere im Nahbereich des Hellentales fanden.

Die hier zahlreich auftretenden Buchenbestände eigneten sich besonders gut für die Herstellung von Holz- und Pottasche sowie zur Befeuerung der Glasöfen.

Für die Gründung eines Hüttenstandortes war es zudem unerlässlich, natürlicherweise über eine ausreichende Wassermenge für den Hüttenbetrieb (Brauchwasser) und für die Versorgung der Menschen und des Viehs (Trinkwasser) verfügen zu können.

Auch diese wesentliche Rahmenbedingung wurde einst durch die zahlreichen, das Hellental entwässernden Bachläufe und Hangquellen („Tal der 200 Quellen“) erfüllt.

Im Gegensatz zu den hoch-/spätmittelalterlichen Waldglashütten im Hils [53], ist das Hellental mit seinen Standorten von Waldglashütten bislang archäologisch wie auch glashistorisch völlig unzureichend erforscht und hinsichtlich erkennbarer Glasproduktionsstandorte bislang ohne archäologische Probegrabungen geblieben.

Über die derzeit archäologisch bzw. historisch bekannten Glashütten hinaus, sind weitere, bislang unentdeckt gebliebene Glashüttengründungen im Hellental und in dessen Nahbereich im Solling anzunehmen.

Bis heute sind nur noch einige wenige Spuren aufgelassener Hellentaler Waldglashütten unter einer schützenden Wald- und insbesondere Grasbedeckung mehr oder minder gut erhalten geblieben.

Die ehemaligen Glasproduktionsstätten fallen als unnatürliche Hügelbildungen in der Landschaft auf.

Nach LEIBER [30] sind dies meist kleinere künstlich entstandene Bodenerhebungen, die richtungsweisende Hinweise auf eingefallene Öfen (Ofenreste) oder Schutthalden (Produktionsabfälle) geben.

Anhand der monografischen Grundlagenwerke von FEISE [49] und BLOSS [54] zu älteren Glashütten in Südniedersachsen, der Ortsakte Heinade der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Holzminden sowie nach eigenen neueren archäologischen Nachweisen lassen sich mehrere Glashüttenstandorte im Hellental selbst und in seinem Nahbereich nachweisen und eine archäologisch-historische Bestandsskizze entwerfen.

 

Goldener Dreikönigenschrein im Hohen Dom zu Köln, um 1190-1220

 

Glas als Herrschaftsware - Waldglaserzeugung im „Alten Tal der Glasmacher“

"Waldglas" benennt die glasgeschichtliche Epoche vom 12. bis 17. Jahrhundert.[29]

Das 12./13. Jahrhundert war eine mittelalterliche Epoche der Herrschaft, Repräsentation und Frömmigkeit, geprägt von Burgen, Rittern, Klöstern und aufkommenden Städten – sowie vom europaweiten Kultur- und Wissenstransfer.

Im 12./13. Jahrhundert erfolgte der epochale „Aufbruch in die Gotik“ mit technischen Innovationen.

Städtisches Leben und bürgerliches Selbstbewusstsein nahmen einen bislang nicht gekannten Aufschwung.

Während die Städtegründungsperiode zwischen 1150 und 1300 [15] und die Klostergründungen zu einem erhöhten Glasbedarf führten, deckten Töpferwaren den Geschirrbedarf ärmerer Haushalte.

Stadt- und Klostergründungen führten um 1200 n. Chr. zu einem erhöhten Bedarf an verschiedenen Glaswaren.

Aus Glas gefertigte Trink-, Schenk- und Vorratsgefäße waren im Mittelalter kostbare Gegenstände des gehobenen Bedarfs - als Luxusartikel nur vermögenden Haushalten vorbehalten.

Die faszinierende, edle und freie „heiße Kunst” der manuellen Herstellung von Waldglas gab es in jener Epoche als ländlichen Gewerbezweig auch in der wald- und wasserreichen Umgebung des abgelegenen Hellentals im nördlichen Solling.

Das Hellental ist ein tief in das Buntsandsteinmassiv des Sollings eingeschnittener tertiärer Graben, der über etwa 6 km fast geradlinig in südwestlich-nordöstlicher Richtung verläuft.[1]

 

Das „Alte Tal der Glasmacher“ [16] lag einst im „Weserdistrikt“ des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel.

Bereits im Spätmittelalter folgten dem „Hellentaler Graben“ Territorialgrenzen zwischen dem Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, Hochstift Hildesheim und Fürstentum Calenberg, später Kurfürstentum/Königreich Hannover.

Während des späten 12. und 13. Jahrhunderts zählte das Weser-Leine-Bergland mit angrenzenden Gebieten zu den bedeutendsten Glaserzeugungs- und Glasverbreitungsgebieten im deutschen Raum und zu den wichtigsten europäischen Glaserzeugungsgebieten, fortgesetzt bis zum 19./20. Jahrhundert.

In den Wäldern des Bramwaldes, Reinhardswaldes und des Sollings konnten bislang insgesamt rund 200 mittelalterliche und neuzeitliche Waldglashütten lokalisiert werden.[2]

In den dicht bewaldeten und wasserreichen Höhenzüge der Mittelgebirge Solling, Hils und Vogler mit seinem Umland Homburgwald und Burgberg wurde seit dem späten 12. Jahrhundert Glas erzeugt und verarbeitet.

Nach STEPHAN war gerade der Solling im 13./14. Jahrhundert „ein besonders wichtiges Glaserzeugungsgebiet“, mit erneuter Konjunktur um 1650.[3]

Im 16./17. Jahrhundert erreichte das glasproduzierende und –verarbeitende Gewerbe der Waldglashütten seine Blütezeit und stellte eine nicht unbedeutende Einnahmequelle für waldbesitzende Grundherren (Landesherrschaft) dar.

Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts veränderte sich das Glashüttenwesen deutlich, indem technologisch weiterentwickelte und auf größeren Glaswarenabsatz orientierte, ortsfeste Manufakturen errichtet wurden.

Zeitnah nebeneinander wurden 1744 im Auftrag des Herzogs Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel planmäßig drei fürstliche Glas- und Spiegelhütten als Glasmanufakturen („Glasfabriken“) gegründet:

  • im Solling die „Weiße“ Hütte (Fürstliche Hohl- und Tafelglashütte) am "Schornborner Teich" (Schorborn),
  • am Ith die „grüne“ Bouteille-Hütte "unterm Renneberg bey Holtensen" (Holzen),
  • im Hils die Spiegelhütte am grünen Plan (Grünenplan).
Im Mittelalter waren aus Glas gefertigte Trink-, Schenk- und Vorratsgefäße kostbare Gegenstände des gehobenen Bedarfs.

Flaschen („Bouteillen“) und Trinkgläser blieben als Luxusartikel zunächst nur vermögenden Haushalten vorbehalten.

Nach und nach versorgten sich auch wohlhabende Patrizier und andere reiche Bürgerschichten mit allerlei Trink- und Scherzgläsern sowie mit emailbemalten Humpen für besondere Anlässe.

Als Glasdekore dienten (Beeren-)Nuppen, farbige Ränder, Glasfäden und -bänder.

Hergestellt wurden zudem prunkvolle Gläser für den Adel und wohlhabende Bürger, Gebrauchsglas für Haushalte und Spezialgläser für Alchemisten und Apotheker.

Neben farbigem Flachglas – als Fensterglas für Kirchen - stellten die künstlerisch versierten Glasmacher in serieller oder Einzelfertigung einfache Trink- und Schenkgefäße her, aber auch technisch diffizile, verfeinerte und ästhetisch reizvolle Hohlgläser zum repräsentativen höfischen und kirchlichen Gebrauch.

 

Polychrome mittelalterliche Glastropfen & Glaskügelchen

Hellental, um 1200


„Glashütten am Solling“ sollen erstmals Ende des 14. Jahrhunderts (1397/1398) in schriftlicher Überlieferung erwähnt worden sein.[4]

Es ist aber nicht untypisch, dass für die mittelalterlichen Glashütten im Hellental keine schriftlichen Überlieferungen (archivalische Quellenlage) und zudem nur eher spärliche archäologische Befunde und Funde (Oberflächenfunde) bestehen.[5]

Insbesondere ist zur historischen Herstellungswirklichkeit (Betriebsgröße, Produktionsorganisation, Arbeitsbedingungen usw.), zur Produktionspalette (Hohl- und Flachgläser) und zur Arbeits-, Wohn- und Lebenskultur der Glashütten nur recht wenig, wenn überhaupt, überliefert.

Eine regionale Besonderheit auch des Sollings ist nach STEPHAN das eng nebeneinander benachbarte Auftreten bedeutender, „aufblühender Zentren der Töpferei und der Glasmacherei“ im Spätmittelalter.[6]

Trotz frühzeitlich nicht unüblichen, von außen angestoßenen, kolonisatorischen Aspekten für Glashüttengründungen gab es im Hellental zwar eine sukzessive Landerschließung, hingegen aber keine dauerhafte Besiedlung mit nachfolgender agrarisch-ländlicher Dorfgründung wie in anderen Randbereichen des Sollings.

Bis auf den Standort der neuzeitlichen Glashütte „Zur Steinbeke“ (1. Hälfte 18. Jahrhundert) befinden sich die älteren Hüttenstandorte im und um das Hellental in nicht übersiedeltem Gebiet.

Die seit dem Frühjahr 2003 wieder aufgenommene glashistorische Erforschung ehemaliger Hüttenstandorte im Hellental und seiner angrenzenden Naturräume stellt eine Kombination von archäologischer Erkundung mit Arbeiten im Gelände und Studium mit Interpretation archivalischer Quellen dar.[7]

Das ehemals braunschweigsche Bergdorf Hellental im Nordsolling hat zwar seine Entstehung - während der Zeit des aufgeklärten Absolutismus im Herzogtum Braunschweig - ausschließlich einer nur gut zwei Jahrzehnte bestehenden bürgerlichen, vorindustriellen Grünglashütte der zweiten Periode - der Übergangszeit von der kleineren Wanderglashütte zur größeren stationären Hütte - zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu verdanken, dennoch konnte das Dorf keine wirkliche historische Bedeutung als Glasmacherort in der Weser-Leinebergland-Region erlangen.

 

Bedeutendes glashistorisches Kulturerbe des Sollingtals

Wie erwähnt, benennt "Waldglas" die entsprechende Epoche der Glasgeschichte vom 12.-17. Jahrhundert, die nicht zuletzt auch im Umfeld des Hellentals im Solling archäologisch fassbar wird.

Im südniedersächsischen Weserbergland gilt auch der waldreiche Solling als eine bereits im hohen bis späten Mittelalter wichtige rohstofforientierte Glashüttenregion.[35]

Wie die Vielzahl archäologischer Relikte identifizierter Glashüttenanlagen belegt, dürfte in ihr das sozialräumlich abgelegene, agrarisch kaum nutzbare, hingegen aber wasser- und holzreiche Hellental ein bedeutendes Glasherstellungsgebiet im ansonsten wirtschaftlich unattraktiven Hinterland des Sollings gewesen sein.[36]

Der Höhepunkt mittelalterlicher Rodungen im Weserbergland liegt in den Jahrzehnten um 1200-1350.[37]

In diesem Zeitraum dürften am Nordsolling als agrarische Randsiedlungen auch Heinade und Merxhausen gegründet worden sein.

Anders als die benachbarten Bauerndörfer liegt das geschichtlich wesentlich jüngere, vorindustrielle Waldarbeiter- und Handwerkerdorf Hellental innerhalb einer Grabenstruktur des Nordsollings, wo es aus einer in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts betriebenen Glasproduktionsstätte entstanden ist.

Im Umfeld des Hellentals gab es fernab der nächsten Siedlungen sowohl gute topografische Rahmenbedingungen als auch ausreichend verfügbare Roh- und Brennstoffe sowie Wasser für eine langjährige Glasproduktion.

Der vor Ort direkt anstehende Solling-Buntsandstein konnte zudem zum Bau von Ofenanlagen verwendet werden.

So verwundert es nicht, dass in unterschiedlichen Zeiträumen Glasmacher auch in das lang gestreckte, weiträumige Hellental zogen, um, wenn auch zeitlich befristet, hier ihre Hüttenbetriebe zu gründen und zu entwickeln.

Die frühesten Hinweise auf die Glasherstellung in dem Sollingtal lassen sich archäologisch in das späte 12. bis 13./14. Jahrhundert datieren.

Neben eindeutigen Hohl- und Flachglasfunden (vergängliches Holzascheglas) fehlen indes weitgehend auch primäre schriftliche Zeugnisse (Archivalien) zur tatsächlichen Glasproduktion im Umfeld des Hellentals; die archäologische Befund- und Fundlage gestaltet sich hingegen inzwischen allmählich etwas günstiger.[38]

Dennoch bleibt kritisch festzuhalten, dass das Umfeld des Hellentals bislang archäologisch wie historisch völlig unzureichend erforscht ist.

Dabei blieben erkennbare Glasproduktionsstandorte weitgehend ohne professionelle Prospektion mit naturwissenschaftlicher Erkundung, insbesondere ohne archäologisch gezielt freilegende Forschungsgrabung.

Teils wurden aber landesdenkmalpflegerische Vermessungen durchgeführt.

Bis heute sind nur noch einige wenige Spuren aufgelassener Hellentaler Waldglashütten unter einer schützenden Wald- und insbesondere Grasbedeckung mehr oder minder gut erhalten geblieben.

Die abgelegenen, oft nur mühsam erkundbaren Glasproduktionsstätten fallen zunächst als Geländerelikte in Form unnatürlicher Hügelbildungen auf.

Meist sind es kleinere, künstlich entstandene längsovale oder eher rundliche Bodenerhebungen, die richtungsweisende Hinweise auf eingefallene Glasöfen (Ofenreste) oder Schutthalden (Produktionsabfälle) geben.[39]

Seit dem Jahr 2003 systematisch aufgenommene, konventionelle Geländeprospektionen im Umfeld des Hellentals erbrachten inzwischen den Nachweis, dass dort erstmals seit dem späten 12. bis 13. Jahrhundert Waldglashütten sowohl zur Glaserzeugung als auch zur Glasverarbeitung betrieben wurden.

Zumindest für eine um 1600 im oberen Hellental betriebene frühneuzeitliche Hüttenanlage ist die Fertigung von Hohl- und Fensterglas hinreichend differenziert belegt.

Während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden im Hellental letztmals Glaswaren hergestellt und zugleich auch das Ende der traditionellen Waldglashüttenzeit in den Solling-Forsten eingeläutet.

Hervorgegangen aus dem allmählich zerfallenden Werkweiler einer stillgelegten Privatglashütte entstand mit Beginn der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch den vom Braunschweiger Staat geförderten „Neuen Anbau auf dem Lande“ das planmäßig angelegte Sollingdorf Hellental.

Wie archäologische Zeugnisse, gelegentlich auch schriftliche und kartografische Quellen belegen, wurden in dem abgelegenen, siedlungsfreien Hellentaler Landschaftsraum nur phasenweise Glaswaren hergestellt.[40]

Die Glasmacherfamilien gelangten durch Arbeitsmigration in das Umfeld des wirtschafts- wie sozialräumlich abgelegenen Sollingtals.

Anzunehmen ist, dass für sie - neben der landesherrlichen Zustimmung und der Gewährung lebens- wie produktionsnotwendiger Privilegien – naturräumlich durch ressourcenreiches Wasser-, Wald-, Kalk- und Buntsandsteinvorkommen begünstigt, ideale Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Hüttenbetrieb im Umfeld des „Alte Tals der Glasmacher“ gegeben waren.[41]

Noch heute besteht ganzjährig ein kontinuierliches Wasservorkommen, gespeist von vielen, das Sollingtal entwässernden Bachläufen und Hangquellen.

Die für die Glasherstellung wichtige Voraussetzung, ortsnah über quarzhaltigen Sand und Kalk für das Glasgemenge sowie für die Werköfen über feuerfeste Bausteine zu verfügen, war im Umfeld des Hellentals gegeben.

Eisenarmer weißer Tertiärsand wurde vermutlich aus Sandgruben vor Ort und/oder grenzüberschreitend aus Sandvorkommen bei Neuhaus im Hochsolling („Sandwäsche“) bezogen.

Ungeklärt bleibt die Frage nach der Herkunft des feuerfesten Tons für die Glashäfen und nach dem Ort ihrer Fertigung.[42]

Umfangreiche Tonlagerstätten und Töpfereien befinden sich bis heute im Raum Fredelsloh im Solling sowie im „Pottland“ rund um Duingen, einer historisch bedeutenden Töpferregion zwischen Weser und Leine.

Die relativen Höhenlagen der im Umfeld des Hellentals lokalisierten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Glashüttenstandorte variieren mit rund 260-430 m üNN vergleichsweise auffallend stark. [43]

Die Entfernung zwischen den mittelalterlichen Glashüttenplätzen im Umfeld des Hellentals schwankt zwischen 140 m und 380 m.

Zwischen den beiden, möglicherweise zeitgleich im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts produzierenden frühneuzeitlichen Waldglashütten beträgt hingegen der Abstand rund 1.600 m.

Für Waldglashütten der Zeit um 1450-1550 gibt es Umfeld des Hellentals im nördlichen Solling keinen archäologischen Nachweis.[44]

Zusammengefasst lassen sich für das Umfeld des Hellentals chronologisch drei Phasen der Glasherstellung in größeren Hütten und/oder kleineren Nebenhütten schematisierend beschreiben:[45]

 

  • Frühphase: Hoch-/Spätmittelalter - Spätes 12. bis 13./14. Jahrhundert
  • Hochphase: Frühe Neuzeit - 1. Drittel 17. Jahrhundert
  • Spätphase: Neuzeit - 1. Hälfte 18. Jahrhundert

 

Nach der von STEPHAN veröffentlichten Waldglashüttenübersicht für den Nordsolling konnten insgesamt 24 mittelalterliche und frühneuzeitliche Waldglashüten nachgewiesen werden.[46]

Hierbei ist zwischen den im Solling nicht untypischen mittelalterlichen Haupthütten mit Mehr-Ofen-Anlage zur Hohl- und Flachglasherstellung und den kleineren Nebenhütten bzw. saisonalen Kleinhütten mit Ein-Ofen-Anlage zum Erschmelzen von Rohglas oder glastechnischen Vorprodukten („Fritten“) zu unterscheiden.[47]

Für die archäologisch hinreichend sicher identifizierten Standorte der im Wiesengelände oder unter Waldbedeckung lokalisierten mittelalterlichen und neuzeitlichen Glashüttenanlagen ist im Wesentlichen gemeinsam kennzeichnend, dass

  • die Glasherstellung diskontinuierlich erfolgte mit einer archäologischen „Fundlücke“ im Zeitraum des 14./15.-16. Jahrhunderts;
  • vermutlich eher geomorphologisch als territorial bedingt, alle im Gelände fassbaren mittelalterlichen wie frühneuzeitlichen Glashütten im ehemals braunschweigischer Anteil des Sollings errichtet wurden (westliche Talseite);
  • die hydrogeografische Situation der Hüttenstandorte stets eine Gewässerlage zeigt, konzentriert zumeist entlang von Bachniederungen und nahe von Hangquellen;
  • die mittelalterlichen Glashütten fern von Besiedlungsräumen lagen;
  • alle mittelalterlichen Glashütten stark verflachte, teils kaum erkennbare Hügelstrukturen aufweisen;
  • im Mittelalter sowohl Ein-Ofen-Anlagen (Erschmelzen von Rohglasmasse) als auch Mehr-Ofen-Anlagen (kombinierte Glaserzeugung und -verarbeitung) betrieben wurden;
  • frühneuzeitliche Glashütten als Mehr-Ofen-Anlagen einen deutlich flächengrößeren Werksbereich benötigten als mittelalterliche, vermutlich verbunden mit differenzierteren Arbeitsprozessen und ausgedehnten Wohnbereichen außerhalb der Werkszone.

Die während des späten 12.-13. Jahrhunderts betriebenen Glashütten dürften zumeist „Wanderglashütten“ gewesen sein, also dem Holzvorkommen nachwandernde, eigenständige saisonale Produktionsstätten mit/ohne Kleinsiedlungen auf Zeit.

Dem hingegen waren sie aber keine pionierartigen Wegbereiter für dauerhafte agrarische Ansiedlungen (Dorfentstehung); entsprechende Siedlungs- bzw. Wüstungsspuren fehlen.

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sollte aus der ortsgebundenen, später aufgelassenen Werkssiedlung einer stillgelegten Privatglashütte das Landhandwerker- und Waldarbeiterdorf Hellental durch den „Neuen Anbau auf dem Lande“ des Landes Braunschweig hervorgehen.

Glashistorisch besonders interessant ist der hoch- bis spätmittelalterliche Komplex dreier relativ nahe benachbarten Glashütten entlang eines heute nur noch periodisch Wasser führenden Fließgewässers.

Unter der Annahme eines engen zeitlichen Betriebszusammenhangs des „Glashüttentrios“ könnten nacheinander oder miteinander auf einer Strecke von 380 m zwei Glas erzeugende wie zugleich auch verarbeitende Mehr-Ofen-Anlagen bestanden haben, gefolgt von einer 140 m weiter talabwärts am gleichen Fließgewässer betriebenen Ein-Ofen-Anlage zur Rohglaserzeugung als Nebenofen zur nächst benachbarten Mehr-Ofen-Anlage als Haupthütte.[48]

 

Holzkonsumierende Siedlungen auf Zeit

Die Laubwald (Buchen, Eichen) abholzenden Waldglashütten trugen einerseits zum "Waldraub" (vornehmlich durch die Pottaschengewinnung) bei, andererseits aber auch zur Schaffung landwirtschaftlicher Nutz- und Siedlungsflächen.

Die sozial-, wirtschafts-, umwelt- und kulturgeschichtliche Entwicklung des im nördlichen Solling gelegenen Hellentals - wie die Gründung des gleichnamigen Bergdorfes selbst – ist eng mit der historischen Waldnutzung im Hinterland des (braunschweigischen) Sollings[8] verbunden.

Um die holzwirtschaftliche Nebennutzung der ausgedehnten Sollingwälder[9] und deren ehemals als unerschöpflich geltenden Holzressourcen konkurrierte das traditionelle, energieintensive Spezialgewerbe der ländlichen Glasmacherkunst mit[10]

  • der Waldbeweidung (Hutewald),
  • der herrschaftlichen Jagd,
  • der Bau- und Brennholzgewinnung,
  • der Salzsiederei,
  • dem Erzabbau und der Metallverarbeitung,
  • der Meiler-Köhlerei.

Umwelthistorisch gesehen, blieb deren intensiver Holzkonsum nicht ohne Auswirkungen auf das Ökosystem des Sollings.

Die mit den Gewerben einhergehende pionierartige Landerschließung könnte zugleich auch zur Veränderung der Wald-Feld-Grenzen im Hellental mit Entstehen landwirtschaftlich nutzbaren Grün- und Ackerlandes beigetragen haben, wie es die von Johannes Krabbe erstellte „Sollingkarte“ von 1603 nahe legt.[11]

Neben dem traditionellen Waldgewerbe der Köhler, so ist auch das alte Glasmacherhandwerk typisch für ein nicht-zünftiges Gewerbe ohne festen siedlungsspezifischen, aber an Rohstoffe gebundenen Standort.

Glasmacher wanderten daher vormals dem Holz nach und legten häufig ihre einfachen Glashüttensiedlungen abgelegen in großer Entfernung zu den nächsten dörflichen oder städtischen Siedlungen an.

Deshalb wie auch durch den Produktionsablauf bedingt, bestand bei den Glasmachern stets eine enge Verknüpfung zwischen dem Familien- und Arbeitsleben.

Erst im 17. Jahrhundert dürfte manche Glashütte bereits einen weiler- bzw. dorfähnlichen Siedlungscharakter entwickelt haben.

Vermutlich wurden die einfachen Wirtschafts- und Wohngebäude auf Grund des zeitlich absehbaren Standortwechsels aus örtlich verfügbarem Laubholz errichtet.[12]

Diese frühen „fliegenden“ oder „Wanderglashütten“ hatten noch nichts mit den späteren neuzeitlichen ortsfesten Manufakturen gemein.[13]

Durch den immensen Holzverbrauch wurden die Glashütten, ursprünglich aus dem Spessart kommend, immer weiter in nördliche Waldgebiete verlegt, schließlich auch in das Weser-Leinebergland und somit in den Solling und in das Umfeld des Hellentals.

Die Dauer der Produktion einer Glashütte an gleicher Stelle richtete sich primär nach der grundherrlichen Konzession und dem Verbrauch der distanznah verfügbaren Ressource Holz.

Hauptsächlich der bei der Glasherstellung erforderliche Alkalizusatz in Form von Holzasche (später Pottasche) und der Holzverbrauch zur Ofenfeuerung führten schließlich zu großen Verlusten im Holzbestand der Wälder.

Nach STEPHAN habe eine normal große, Holzascheglas fertigende Glashütte des Mittelalters nach etwa 20-30 Jahren theoretisch in ihrem Umfeld eine Waldvernichtung im Durchmesser von über 1.000 m zur Folge gehabt.

Im Laufe des 13. Jahrhunderts und erneut im 16. Jahrhundert sei im Solling eine Holzverknappung aufgetreten.[16]

Im 18. Jahrhundert wurde durch allmählich weniger werdende Glashüttenbetriebe vornehmlich Gebrauchsglas produziert.

Durch Zusätze von Glasmacherseifen, Kalk und Blei waren die Glasmachermeister bestrebt, farbloses Glas herzustellen.

Typische Waldgläser jener spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Epoche waren u.a. der Krautstrunk, das Nuppenglas, der Römer (Weinglas) und das Stangenglas (Bierglas).

Solche Hohlgläser wurden mittels der Glasmacherpfeife und unter Einsatz von Modeln hergestellt.

Die Glashütten des Sollings lassen sich grob schematisiert in das sich wechselseitig beeinflussende Beziehungsdreieck

  • große Holzvorräte (Brennstoff, Holzasche/Pottasche)
  • geologische Ressourcen (reine helle Tertiärsande)
  • ausreichende Wasservorkommen

einordnen mit fundarmen mittelalterlichen und fundreicheren neuzeitlichen Hüttenstandorten.

Dabei konnten nach STEPHAN im Solling bislang insgesamt 92 mittelalterliche und frühneuzeitliche Waldglashütten nachgewiesen werden.[17]

Eine weitere betrieblich relevante Grundlage ist in der guten Verkehrsanbindung zu sehen.

Glashüttenbetriebe der Neuzeit entwickelten regelrechte Netzwerke von Handel und Gewerbe, Bauen und Wohnen, Leben und Arbeiten.

Der von den Hüttenmeistern selbst organisierte Vertrieb bzw. Transport der bruchempfindlichen Glaserzeugnisse erfolgte auf dem Landweg (Fernhandelsstraße „Alte Einbecker“), überwiegend aber auf der schiffbaren Weser.

Insofern bestanden Vertriebskontakte auch zur nahen Stadt Holzminden.

Als Abnehmer der kostbaren Glaswaren dürften vor allem hansische und niederländische Kaufleute eine bedeutende Rolle gespielt haben.[18]

Im archäologischen „Bodenarchiv“ des Hellentaler Umfeldes liegen wahrscheinlich noch weitere Informationen zur Glasherstellung im Solling unter Grünland und Waldflächen verborgen.

So dürfte im weiteren Umfeld des Sollingtals noch längst nicht die tatsächliche Anzahl der hier ehemals während des Mittelalters betriebenen Glashütten identifiziert worden sein.

Obgleich bislang grabungslos geblieben, sind die erfassten Standorte der mittelalterlichen wie frühneuzeitlichen Waldglashütten dennoch wertvolle „Bodenarchive“ und schutzbedürftige technische Bodendenkmale von regional- und kulturhistorischer Bedeutung in Niedersachsen.

Letztendlich verdankt das heutige Bergdorf Hellental seine noch recht junge Existenz maßgeblich der Glashüttengeschichte vom 12./13. bis 18. Jahrhundert in den gleichnamigen „Solling-Forsten“ - und dem fürstlichen Landesausbau in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel (1713-1780).

 

Siedlungsferne Waldglashütten im Hellental

Erst neuere Untersuchungen zeigten, dass der in der Glasforschung seit Jahrzehnten vernachlässigte Solling bereits im späten 12. und 13./14. Jahrhundert ein wichtiges Glasproduktionsgebiet war - einschließlich des abgelegenen Hellentals.[25]

Noch heute bestehen meist nur schwer zugänglich wenig erforschte archäologische Spuren mehrerer Waldglashütten im Umfeld des Sollingtals.

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit von zugewanderten Glasmacherfamilien[26] betriebene Glashütten waren Kleinbetriebe mit eigenständigen Siedlungen auf Zeit (Sozialräume), die abseits von Dörfern, Städten oder Gütern tief in den Laubwäldern lagen.

Sie werden wegen dieser Lage üblicherweise als „Waldglashütten“ bezeichnet.

War das Brennholz in der Umgebung der Glashütte aufgebraucht, zogen die Glasmacher mit ihren Familien und dem Viehbestand zum nächsten Standort.

Daher stammt die Bezeichnung „Wanderglashütten“.

Auch für das Umfeld des Hellentals ist zu bedenken, dass vor allem aus Gründen begrenzter Holzressourcen, der herrschaftlichen Jagd und um eine feste Ansiedlung von Glasmacherfamilien zu vermeiden, möglicherweise schon im Mittelalter Glashüttenstandorte konzessioniert wurden, indem Verträge des Grund- bzw. Landesherren die Dauer des Hüttenbetriebs auf nur wenige Jahre befristeten, was eine dem Holz folgende Wanderung der Glashütten implizierte.[27]

War das Holzvorkommen um die Glashütte erschöpft bzw. musste das Holz über eine zu große Entfernung herangeführt werden, wurde die Produktionsstätte meist talaufwärts (im Hellental) oder in ein benachbartes Tal (Seitental „Steinlah“) verlegt, wo wiederum Holz in ausreichender Menge vorhanden war.

Hierbei waren Tallagen oder die Quellnähe zur Wasserversorgung besonders wichtig.

Glasmacher waren bei ihrem Handwerk vorrangig auf die Nutzung einheimischer Rohstoffe angewiesen, die sie in den ausgedehnten Laubwäldern des Sollings und insbesondere im Nahbereich des Hellentales fanden.

Die hier zahlreich auftretenden Buchenbestände eigneten sich besonders gut für die Herstellung zunächst von Holzasche, später von Pottasche sowie zur Befeuerung der Glasöfen.

Für die Gründung eines Hüttenstandortes war es zudem unerlässlich, über eine ausreichende Wassermenge für den Hüttenbetrieb (Brauchwasser) und für die Versorgung der Menschen und des Viehs (Trinkwasser) verfügen zu können.

Auch diese wesentliche Rahmenbedingung wurde einst durch die zahlreichen, das Hellental entwässernden Bachläufe und Hangquellen („Tal der 200 Quellen“) erfüllt.

Gleichwohl das eng benachbarte spätmittelalterliche Aufblühen bedeutender Töpfer- und Glasmacherzentren eine gewerbliche Besonderheit des Sollings bedeutet[28], so konnten aufgrund der geologischen Gegebenheiten des Hellentals keine Töpfereistellen nachgewiesen werden.



Literatur

BLOSS, OTTO: Die älteren Glashütten in Südniedersachsen. Veröffentlichungen des Instituts für historische Landesforschung der Universität Göttingen. Bd. 9. Hildesheim 1977.

HENNE, ROLAND: Waldglashütten im Bergland an der oberen Weser. 20 Jahre Geländebegehung im Überblick. Verein Heimat und Kultur Gieselwerder e.V. Bd. 3. 2016.

WEBER, KLAUS A.E.: Waldglashütten in den Solling-Forsten des Hellentals. Beiträge zur Glashüttengeschichte im Solling vom 12./13. bis 18. Jahrhundert.

- Teil I   Glashüttenforschung im Umfeld des Hellentals. Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 1/2012, S. 14-21.

- Teil II  Glashütten des Mittelalters im Umfeld des Hellentals - 12.-14- Jahrhundert. Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 2/2012, S. 8-17.

- Teil III Glashütten der Frühen Neuzeit im Umfeld des Hellentals - 1. Hälfte 17. Jahrhundert.  Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 3/2012, S. 13-22.

- Teil IV  Glashütten der Frühen Neuzeit im Umfeld des Hellentals - 1. Hälfte 18. Jahrhundert. Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 4/2012, S. 15-24.

 


CERNA, EVA, PETER STEPPUHN (Hg.): Glasarchäologie in Europa. Regionen - Produkte - Analysen. Beiträge zum 5. Internationalen Symposium zur Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Glashütten Europas. Seifen/Erzgebirge 2012, S. 35-43.

CLEMENS, LUKAS, PETER STEPPUHN (Hg.): Glasproduktion. Archäologie und Geschichte. Beiträge zum 4. Internationalen Symposium zur Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Glashütten Europas. 2012. 2014, S. 70-72.

STEPHAN, HANS-GEORG: Mittelalterliche und frühneuzeitliche Glashütten im Solling (1200-1740/50). Sollinger Heimatblätter. Zeitschrift für Geschichte und Kultur. 2/2006, S. 13-18.

STEPHAN, HANS-GEORG (Hg.): Der Solling im Mittelalter. Archäologie - Landschaft - Geschichte im Weser- und Leinebergland. 2010, S. 507-515, 526-527.

STEPHAN, HANS-GEORG: Mittelalterliche Glashütten im Weserbergland. Die karolingerzeitlichen Anfänge der Waldglashütten und der Umbruch der Glaserzeugung im 15. Jahrhundert im regionalen und weiteren europäishen Kontext. In: CERNA. EVA, PETER STEPPUHN: Glasarchäologie in Europa. 2014, S. 35-77.

 


 



Am 16. November 2015 erschien der Kriminalroman "Wintervollmond" der Autorin Nete Seewald, worin auch das Hellental als "Altes Tal der Glasmacher" eine besondere Bedeutung hat ...[14]

 

 

Text & Fotografien: Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental



[1] Im Hellental sind unterschiedliche geologische Formationen anzutreffen, wie Mittlerer Buntsandstein, Unterer Muschelkalk und Fließerden. Bachschwinden und Erdfälle zeichnen das Hellental auch als typisches Karstgebiet aus mit ehemals zahlreichen Erdfällen (Einsturztrichter).

[2] Umfassende Übersicht bei STEPHAN 2010, S. 133-143, 260-253, 507-527.

[3] STEPHAN 2010, S. 516.

[4] STEPHAN 2010, S. 138; BLOSS 1977, S. 85-86; TACKE 1943, S. 92.

[5] STEPHAN 2010; S. 134; LEIBER 2007, S. 139; KOCH 2007, S. 131.

[6] STEPHAN 2010, S. 262.

[7] Die ortsheimatpflegerische Forschungsarbeit wird von der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Holzminden maßgeblich unterstützt, namentlich durch den Kommunalarchäologen Dr. Christian Leiber.

[8] Der Solling - „Waldgebiet 2013“ - weist heute eine Flächengröße von rund 440 km² auf. 1823 umfasste der braunschweigische Teil des Sollings ein herrschaftliches Waldareal von 12.592,25 ha (TACKE 1943, S. 52).

[9] STEPHAN 2010, S. 133-143; KOCH 2007, S. 130-143.

[10] STEPHAN 2010, S. 133.

[11] Faksimilierte Sollingkarte von 1603 [ARNOLD/CASEMIR/OHAINSKI (Hg.), 2004] [StAWF K 202 Blatt 8, 11].

[12] LEIBER 1994, S. 36-37.

[13] TACKE 1943, S. 92.

[14] SEEWALD, NETE: Wintervollmond. Latos-Verlag. 2015. Romanvorstellung und Lesung beim Krimi-Dinner in 3 Gängen am 05. Dezember 2015 im Lönskrug, Hellental.

[15] BAYERL 2013, S. 71-72.

[16] Das "Alte Tal der Glasmacher" im Solling – Als Marketingtitel © Copyright 2014 by Dr. Klaus A.E. Weber, Hellental.

[25] STEPHAN 2010, S. 138, 260-261.

[26] daher auch „Wanderglasmacher” genannt.

[27] STEPHAN 2010, S. 134.

[28] STEPHAN 2010, S. 262.

[29] JANKE/JUNGHANS/LEWERENZ 2010.

[30] LEIBER 1994, S. 18.

[35] BLOSS 1977, S. 85-122; LEIBER 1994, S. 18.

[36] Ein detaillierter Überblick zum aktuellen Stand der systematischen Glashüttenforschung im Umfeld des Hellentals wurde im Jahr 2012 in vier Heften der „Sollinger Heimatblätter“ von dem Hellentaler Ortsheimatpfleger Dr. Klaus A.E. Weber veröffentlicht: WEBER 2012b–2012e. Zudem auch ergänzend das zusammenfassende Kapitel Glashüttenstandorte des 12.-18. Jahrhunderts im Bramwald, Reihardswald und Solling bei STEPHAN 2010, S. 507-527.

[37] STEPHAN 2010, S. 134.

[38] WEBER 2012b.

[39] Genaue Befund-/Funddaten zu den Glashütten im Umfeld des Hellentals sind bei WEBER 2012b–2012e veröffentlicht. Vergl. STEPHAN 2010, S. 510; LEIBER 1994, S. 18.

[40] vergl. STEPHAN 2010, S. 515 Abb. 225.

[41] LEIBER 2007, S. 139.

[42] STEPHAN 2003, S. 162.

[43] WEBER 2012b, S. 18; vergl. STEPHAN 2010, S. 514.

[44] STEPHAN 2010, S. 515.

[45] WEBER 2012b, S.14-21; mit Phaseneinteilung nach STEPHAN 2010, S. 507

[46] STEPHAN 2010. S. 507, Abb. 194.

[47] STEPHAN 2010, S. 136.

[48] LEIBER 2011; STEPHAN 2010, S. 134; LEIBER 2009, S. 90; LEIBER 1994, S. 18.

[49] FEISE, W.: Zur Geschichte der Glashütten im Solling. In: Sprechsaal, Zeitschrift für die keramischen, Glas- und verwandten Industrien. Nr. 21/22. Koburg 1925. 

[50] HUCKER/SCHUBERT/WEISBROD 1997, S. 371.

[51] LEIBER 2004, 2003, 2002; JARCK/SCHILDT 2000; BRODHAGE/SCHÄFER 2000; BBRODHAGE/MÜLLER 1996; KOCH 1995; BLOSS 1977, 1976, 1961, 1950; TACKE 1969, 1951.

[52] Nds. Staatsarchiv Wolfenbüttel, Kartenabt., K 202, Blatt 8, 11.

[53] LEIBER 2004, 2003, 1994, 1991/92, 1990/91, 1990, 1989, 1985, 1984, 1983.

[54] Einige der Forschungsergebnisse von BLOSS gelten heute zumindest archäologisch als eindeutig widerlegt.

[55] GÖTZMANN/KAISER 2017, S. 21.